Der Feuerwehrturm

 

Fallen, steigen, unendliche Weiten, alles, nichts. Ich sage dir genau, wo es lang geht.

Folge mir auf den roten Feuerwehrturm. Du hast ihn einmal Dichterturm genannt, aber es gibt viele Namen für ihn. Wolkennebel, dick-dünne, undurchschaubare.

Wo bin ich?

Wie aus einem Traum erwacht, tastend, weil ich noch nicht bin. Werden, wo, ach, was?

Blindlinks. Alle Alle. La La La. Bin nicht auf den Kopf gefallen. Wasser. Mamma? Wo bist du?

Hände weiß wie Schnee. Ich bin ein Gespenst. Und du darfst mich führen, blindlinks, nah am Wasser gebaut. Bewege mich auf dich zu, roter Feuerwehrturm. Noch nicht sagen! Weiß es noch nicht mal, hast du auch einen Piepmatz? Langer Feuerwehrschlauch. Kommt das Wasser vorne raus, sehe ich auch so aus? Bin ich ein Feuerwehrturm?

Bin ich nur ein kleines Gespenst, das die Sprossen erklimmt, glänzender, roter Lack, fasse dich an, kann es kaum glauben, wie rot, geblendet, und wie klar hier alles ist – Kann ich meine Augen reiben, fällt wie Schlafsand raus. Roter Feuerwehrturm. Sprosse, und eingefasst ist der Lack in Quadrate, wie lack so schön sein kann, und mich hineinzieht, aber bin auch so ein Dummerchen, dass ich den Weitblick verloren habe. Da unten. Weil ich müde war, lebensmüde. KUK-KUK. Darf ich dir meine Schmerzen anvertrauen? Warum sollte ich das tun, wo – ach! Ha! Sprachverlust, oder habe ich noch gar nichts gelernt? Diese Wolken, die aus mir aufsteigen, sind so was wie Gedankenwolken, die ich in die Ferne schicke? Lobesang. Dort stehen die Häuser und Gärten und Lauben. Laubenpieper. Und Gräser, Vogelbeeren und Zweiaugen überall auch nur Grün und sattes Grün und vielversprechendes Grün besungenes, denn weil ich selbst noch höher stehe auf meinem Feuerwehrturm. Bin ich ein Feuerwehrturm? Habe ich mich auch schon gefragt, wie das wolkiger werden, und hohevoll strömt in mich ein und aus mir raus und über den Turm hinaus in diese Ferne, klammer mich noch fester an dich und bin ganz zufrieden. So darf die Welt sein. Feuer. Wehr. Turm. Rot. Klar. Gärten. Grün. Alles durchdringendes, neugeborenes, neu gebärendes, Weis, weiß alles über mich, strahlt durch mich hindurch und wogt weit über mich hinaus. Das bin ich… und doch mehr noch schaut mir die Welt ganz unschuldig zu, so wie ich ja ihr zugucke, und keiner weiß, wer zuerst, weil wohl ja alles zugleich berechtig ist, zu schwärmen, finde ich auch zu den klaren Worten zurück und weiß doch sicher im Hintergrund meinen roten Feuerwehrturm zu stehen.

Weiter gehen!